KEIN AIDS FÜR ALLE!

Die Krankheit Aids ist vermeidbar – durch rechtzeitige Diagnose und Behandlung der HIV-Infektion. Eine Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe will nun erreichen, dass in Deutschland im Jahr 2020 niemand mehr an Aids erkranken muss.

Die Deutschen AIDS-Hilfen haben Großes vor: Am 12. Mai fiel der Startschuss für eine mehrjährige Kampagne mit der Botschaft „Kein Aids für alle!“, die auch vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und UNAIDS unterstützt wird. Erklärtes Ziel: Im Jahr 2020 soll in Deutschland niemand mehr an Aids erkranken müssen. Die Zahl der Aids-Diagnosen soll schon bald zurückgehen. Denn Aids ist längst vermeidbar, mit HIV kann man heute lange und gut leben.

Trotzdem erkranken in Deutschland zurzeit rund 1.000 Menschen pro Jahr an Aids – die meisten, weil sie nichts von ihrer Infektion wissen und deswegen nicht rechtzeitig mit einer Therapie beginnen. Andere erhalten keine Medikamente, obwohl ihre HIV-Infektion ihnen bekannt ist. Wieder andere gehen aus Angst oder Scham nicht zum Test, weil sie Ausgrenzung fürchten. Dies will die Deutsche AIDS-Hilfe ändern.

 „Es ist einfach nicht hinnehmbar, dass noch immer jedes Jahr so viele Menschen eine lebensbedrohliche Erkrankung bekommen, die sich längst vermeiden lässt“, sagt Dietmar Heyde, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel. „Wir haben alle Mittel, diese Menschen vor einer Aids-Erkrankung zu bewahren und auch die Weitergabe von HIV noch weiter zu minimieren – wir müssen sie nur mit vereinten Kräften zum Einsatz bringen!“

Die Deutsche AIDS-Hilfe folgt mit ihrer Kampagne den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, nach denen die Aids-Epidemie bis 2030 beendet werden soll. In Deutschland ist dieses Ziel früher erreichbar, weil die Voraussetzungen besonders gut sind: Die Zahl der HIV-Infektionen ist gering, HIV-Medikamente sind verfügbar und es gibt ein leistungsfähiges Gesundheitssystem – fast überall.

Um das historische Ziel zu erreichen, setzt die DAH auf die bewährte Zusammenarbeit mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Partnern sowie neue Kooperationen, etwa mit Ärzteverbänden. Aber es sind auch noch einige Hindernisse zu beseitigen.

Es sind vor allem drei Gründe, die Menschen vom HIV-Test abhalten:

·      Viele haben Angst vor einem positiven Testergebnis, die Folgen schätzen sie dramatischer ein, als sie sind. Sie wissen nicht, dass man heute mit HIV ein weitgehend normales Leben führen kann. Und sie haben Angst vor Diskriminierung und Schuldzuweisungen.

·      Andere ziehen nicht in Betracht, dass sie HIV haben könnten, weil sie HIV nur mit bestimmten Lebensweisen oder Gruppen wie schwulen Männern verbinden. Gerade diese Menschen haben ein hohes Risiko zu erkranken, wenn sie sich infiziert haben.

·      Ärztinnen und Ärzte haben HIV oft im entscheidenden Moment nicht auf dem Schirm. Einen HIV-Test anzubieten, fällt vielen schwer, weil damit das Thema Sexualität ins Spiel kommt.

Im Zweifel zum HIV-Test

„Nur wer von seiner Infektion weiß, kann von den heute verfügbaren Therapien profitieren. Deswegen gilt für alle Menschen: Im Zweifel zum HIV-Test“, betont Peter Külpmann, Vorstandsvorsitzender der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel und ergänzt: „Genauso wichtig ist die Botschaft: Mit HIV kann man heute leben! Mit Diskriminierung nicht! Daher brauchen wir ein offenes Klima, das es erleichtert, über HIV zu reden. Wir alle können etwas dafür tun, dass Aids in Deutschland bald Geschichte ist!“

 Das baldige Ende von Aids ist kein Traum, sondern ein realistisches Ziel und eine ethische Verpflichtung, der sich auch die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel verpflichtet fühlt.

 Nähere Informationen unter www.kein-aids-fuer-alle.de 

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